Kinderschutz braucht starke Netze – Netzwerk Kinderschutz beim Kreisjugendamt Wesel auf dem Kinderrechtefachtag
Am Dienstag, 11. Februar 2025, fand der Kinderrechtefachtag für alle Grundschulen im Kreis Wesel statt. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von Nicole Wardenbach, Schulamtsdirektorin im Schulamt des Kreises Wesel, mit dem Ziel, Schulleitungen und Fachkräfte aus den Grundschulen für das Thema Kinderrechte zu sensibilisieren und zu stärken.
In seinem Grußwort betonte Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel, die hohe Bedeutung des Themas Kinderrechte für die Gesellschaft: „Unsere Kinder sind unsere Zukunft und damit auch die Zukunft unserer freiheitlich, demokratischen Grundordnung. Wenn wir Kinderrechte leben, diese aktiv im Schulalltag verankern, fördern wir so das Fundament unserer Demokratie. Zudem sind wir über sie auch ganz formal verpflichtet, jedem Kind Respekt, Schutz und die Möglichkeit zur Mitgestaltung zu bieten. Es ist unsere Verantwortung, Kindern eine sichere, respektvolle und chancengleiche Entwicklung zu ermöglichen. Mit dem Kinderrechtefachtag stärken wir das bereits vorhandene Bewusstsein für diese elementaren Rechte und fördern gleichzeitig den Dialog zwischen den Fachkräften. Nur durch ein starkes Miteinander und eine enge Vernetzung können wir sicherstellen, dass Kinderrechte in der Praxis noch besser umgesetzt werden.“
In einer anschließenden Keynote erläuterte Nicole Wardenbach den Auftrag aller Schulen, demokratiebildende Maßnahmen mit Hilfe von Netzwerkstrukturen zu fördern. „Die Thematisierung und Verwirklichung der Menschenrechte, und damit auch der Kinderrechte, ist Teil einer nachhaltigen und umfassenden Unterrichts- und Schulentwicklung. Dies ist Aufgabe aller Lehrerinnen und Lehrer sowie aller in Schulen tätigen Fachkräfte.“
Ergänzend hielt die Koordinatorin für das Netzwerk Kinderschutz beim Kreisjugendamt Wesel, Christina Hetjens, einen Impulsvortrag zum Thema „Kinderschutz braucht starke Netze“. Sie stellte ihre Tätigkeit als Koordinatorin vor und betonte die zentrale Rolle der Netzwerkarbeit im Kinderschutz. „Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachkräfte und Institutionen wird Kinderschutz als Verantwortungsgemeinschaft sichergestellt, sodass ein umfassender Schutz für Minderjährige gewährleistet wird“, erklärte Hetjens.
Im Anschluss starteten für allen Teilnehmenden Workshops zu verschiedenen Schwerpunkten einzelner Artikel der Kinderrechtskonvention. Ein Workshop unter dem Titel „Kinder haben ein Recht auf Schutz“ wurde von Christina Hetjens gemeinsam mit Ricarda Van den Berg, Koordinatorin für das Netzwerk Kinderschutz in der Stadt Rheinberg, und Ulrike Mai, Fachberaterin für Kinderschutz gem. §8b SGB VIII beim Kreis Wesel moderiert. Der Workshop behandelte die Grundlagen des Kinderschutzes. Besonders anschaulich wurde das Thema anhand eines Fallbeispiels erarbeitet, das die Teilnehmenden aktiv in die Diskussion einbezog und praxisnahe Lösungsansätze vermittelte.
„Der Austausch und das gemeinsame Erarbeiten von Handlungsmöglichkeiten sind essenziell, um in konkreten Fällen schnell und sicher reagieren zu können“, so Van den Berg. „Wir möchten die Schulleitungen sowie Fachkräfte ermutigen, im Fall von Kinderschutzverdachtsmomenten nicht nur wachsam zu sein, sondern auch konkrete Schritte zu wissen und sicher zu handeln.“
Der Kinderrechtefachtag unterstrich einmal mehr, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften sowie Fachkräften aus Schule, Jugendhilfe und weiteren Institutionen im Bereich der Kinderrechte und des Kinderschutzes ist. Der Kreis Wesel setzt mit seiner Netzwerkarbeit und der Förderung von Fortbildungsangeboten ein klares Zeichen für den Schutz und die Rechte von Kindern.
