50 Jahre Kreis Wesel: Wassersymposium

Am Donnerstag, 6. März 2025, fand im Rahmen des Jubiläumsjahres zum 50-jährigen Bestehen des Kreises Wesel von 9 bis 16.15 Uhr das Wassersymposium im Weseler Kreishaus statt. Die Veranstaltung richtete sich an wasserwirtschaftliche Organisationen und Akteure aus der Region. Rund 170 Besuchende waren der Einladung von Landrat Ingo Brohl gefolgt. 

„Auch hier im Kreis Wesel wissen wir um die Bedeutung des Wassers – sei es als Trinkwasser, für die Landwirtschaft, als Lebensraum für Flora und Fauna oder für den Hochwasserschutz,“ so Landrat Ingo Brohl in seiner Begrüßungsrede. „Keiner kann die Herausforderungen des Wassermanagements allein bewältigen. Nur gemeinsam – Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft – können wir tragfähige Lösungen entwickeln. Deshalb wünsche ich mir von diesem Symposium einen offenen und konstruktiven Austausch. Lassen Sie uns gemeinsam ein tieferes Verständnis für Wasser entwickeln und Ideen für eine nachhaltige Zukunft sammeln.“

Weihbischof Rolf Lohmann aus Xanten, in der Deutschen Bischofskonferenz für Umweltfragen zuständig, sagte in seinem Grußwort: „Wir müssen neu lernen, in einem guten Verhältnis zu unserer Umwelt zu leben. Die Folgen des menschengemachten Klimawandels konnten lange ignoriert werden. Nun aber spüren wir sie umso drastischer. Dabei geht es nicht nur um die Natur als Selbstzweck. Denn wir profitieren ja von den Leistungen, die ein fein austariertes Ökosystem uns bietet. Gerät es unter Druck, wird unser Leben mühsam – und auch teuer. Mittlerweile kosten uns die Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung jedes Jahr Milliarden. Aber ich möchte keine Trübsal blasen. Es gibt vielversprechende Ansätze: von der Renaturierung von Flüssen über effektivere Methoden der Wassernutzung bis hin zu innovativen Konzepten der Wasserspeicherung wie den Schwammstädten. Und ich bin sehr gespannt auf die heutigen Diskussionen.“ 

Die von Radiomoderatorin Steffi Hain (Radio K.W.) moderierte Veranstaltung startete mit einem Interview von Vorstandsmitglied Helmut Czichy und Dr. Christian Steenpaß, dem technischen Leiter des Fachdienstes Umwelt bei der Kreisverwaltung. Zum Thema „Kreis Wesel – eine besondere Wasserregion“ erläuterten die beiden Experten die Grundidee des Symposiums. So soll das Wassersymposium dazu dienen, den Menschen im Kreis Wesel die Bedeutung des Wassers in ihrer Region auf unterhaltsame Weise zu verdeutlichen. Dr. Christian Steenpaß: „Der Niederrhein und damit auch der Kreis Wesel ist seit jeher durch Wasser in all seinen Facetten charakteristisch geprägt. Als wasserwirtschaftlich besonders wichtige Region in Nordrhein-Westfalen sind wir in der glücklichen und nicht selbstverständlichen Situation über Wasserreserven zu verfügen, die auch mit Blick in die Zukunft eine sichere Wasserversorgung möglich machen. Gleichzeitig bringt der Niederrhein mit seinen Kendeln und Donken sowie Landgräben und Bruchgebieten landschaftliche Rahmenbedingungen mit sich, deren wir uns gewahr sein und in die wir uns als Menschen in unserem Handeln einfügen müssen." Helmut Czichy ergänzte: "Ein besonders langes Stück des Rheines verläuft durch unseren Kreis und prägt ihn als Lebens- und Transportader. Dabei außergewöhnlich sind die Geländesenkungen durch den Kohle- und Salzbergbau, die mit die höchsten Binnendeiche in Europa erforderlich gemacht haben. In der Konsequenz besteht zugleich die Aufgabe, enorme Mengen von hochwertigem Grundwasser als Sümpfungswasser abzupumpen. Ebenfalls prägend und relevant ist die große Zahl und Fläche an Kiesbaggerseen. Insgesamt braucht es hier ein gut abgestimmtes Zusammenwirken der vielen verschiedenen Institutionen und Akteure."

Im Anschluss erörterte Meteorologe und Radiomoderator Donald Bäcker die Frage „Klimawandel – geht uns das Wasser aus?“. Bäcker ging auf die Ursachen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels und dessen Einfluss auf Heißwetter-Perioden und Dürren in Deutschland ein. 

Nach einer gemeinsamen Mittagspause stand das Thema „Wasser – Grundlage des gesunden Lebens“ im Mittelpunkt des Auftritts von Mediziner und Fernsehmoderator Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser, besser bekannt als Doc Esser. Er erläuterte die Notwendigkeit von regelmäßigem Trinken für die Gesundheit des Menschen, denn zu wenig Wasser mache krank. Selbst die menschlichen kognitiven Fähigkeiten seien stark vom eigenen Wasserhaushalt abhängig. Daher sei sauberes Trinkwasser „sauwichtig“ für uns Menschen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion behandelte Landrat Ingo Brohl gemeinsam mit Wasserwirtschaftsexperten aus der Region die „Herausforderungen von heute und morgen“. Elke Reichert, Präsidentin des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in NRW, Prof. Dr. Ulrich Paetzel, Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft und Lippeverband, Volker Kraska, Vorstand der linksrheinischen Entwässerungsgenossenschaft Lineg, Henning Deters, Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG und Dr. Bernd Lüttgens (Hauptgeschäftsführer des Rheinischen Landwirtschaftsverbands) sprachen  unter anderem über den natürlichen Abfluss von Oberflächengewässern, Starkregen- und Dürreprävention, Renaturierung von Gewässern, den Hochwasserschutz sowie die Sicherung der Wasserversorgung und der Wasserqualität.

v.l. Henning Deters, Steffi Hain, Elke Reichert, Prof. Dr. Ulrich Paetzel, Volker Kraska, Landrat Ingo Brohl, Dr. Bernd Lüttgens
Doc Esser

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