03.12.2021: Klimaschutzpreis 2021: Preisträger

Auch in diesem Jahr hat der Kreis Wesel den Klimaschutzpreis ausgeschrieben. Die 18 eingegangenen Bewerbungen unterstreichen das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes im Kreis Wesel.

In der Kategorie „Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre“ sind sechs Bewerbungen und in der Kategorie „Klimaschutzpreis Kreis Wesel 2021“ zwölf Bewerbungen bei der Kreisverwaltung eingegangen.

Landrat Ingo Brohl freut sich über die vielen, abwechslungsreichen Bewerbungen: „Klima- und Umweltschutz liegen uns im Kreis Wesel sehr am Herzen. Mit dem Klimaschutzpreis möchten wir das außerordentliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger würdigen und auszeichnen.“

Gewinnerinnen und Gewinner in der Kategorie „Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre“:

Platz 1:

Naturschützer unterwegs: Aktiver Natur- und Artenschutz (Gesamtschule Schermbeck)

Die „Napros“ der Gesamtschule Schermbeck sind Schülerinnen und Schüler, denen Natur- und Artenschutzprojekte sehr am Herzen liegen. Seit 2019 finden regelmäßige Einsätze statt, die mittlerweile schon zur Tradition geworden sind. Im September 2021 leisteten die Lernenden einen praktischen Beitrag zur Verbesserung des Lebensraumes von bedrohten Reptilien- und Insektenarten im Naturschutzgebiet Lichtenhagen. Sie entfernten beispielsweise Pflanzen, um eine offene, sonnige Heidelandschaft zu schaffen. Diese Maßnahmen sind für verschiedene vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sehr wichtig. Ein weiterer Einsatz fand im November in der Üfter Mark statt. Hier pflanzten die Schülerinnen und Schüler  kleine Dornbüsche, um Fußgängern und Radfahrern die richtigen Wege zu weisen und sie aus dem Naturschutzgebiet fernzuhalten.

Platz 2:

Schutz der Wildbienen und wesensgemäße Schulimkerei mit Kindern (NAJU-Gruppe RingenBerg-Dingden)

Die 2021 neu gegründete NAJU-Gruppe RingenBerg-Dingden hat im August mit der Erstellung eines „Bienenhotels“ am Schloss Ringenberg begonnen und wird das Thema Bienen auf dem Kreativhof Lehmberg durch eine wesensgemäße Schulimkerei ergänzen. Die Kinder erkunden das Ökosystem rund um das Thema Bienen: die Beziehungen zwischen den Lebewesen, praktische Auswirkungen und Wichtigkeit der Insekten für den Klimaschutz.

Platz 3:

„Man erntet, was man sät“ (Nina Joormann, Hünxe)

Mit Kindern der Kirchengemeinde wurde ein Hochbeet angelegt. Die Kinder sollten den biologischen Anbau von Gemüse lernen. Die Ernte wurde gemeinsam verkocht und die Kinder lernten, wie Lebensmittel optimal genutzt werden können (ohne große Abfälle) und wie man diese haltbar machen kann, zB. durch einkochen oder Trocknung. An Erntedank verkauften die Kinder Kleinigkeiten, die aus der Ernte produziert wurden. Da das Projekt so gut ankam, ist geplant, die Fläche im kommenden Jahr zu erweitern. Es soll dann ein Gemüse- und Obstgarten in Permakultur entstehen. Ziel ist es, einen Gemeindegarten von und für die Gemeinde zu gestalten.

Gewinnerinnen und Gewinner in der  Kategorie „Klimaschutzpreis Kreis Wesel 2021“:

Platz 1:

Foodsharing (Markus Hülser-Kusch, Wesel)

Foodsharing bewahrt noch essbare aber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel vor dem Wegwerfen. Abgelaufene Lebensmittel oder solche mit beschädigter Verpackung sind meist noch genießbar. Auch Überproduktionen gehören nicht in den Müll. Über foodsharing werden diese Lebensmittel weiterverschenkt - ehrenamtlich. Niemand muss für eine Mitgliedschaft oder abgeholte Lebensmittel zahlen.

Foodsharing gibt es in Deutschland seit 2012, in Wesel seit 2020. 120 Personen haben in Wesel und Hamminkeln in 38 Betrieben bisher über 80.000 Kilogramm Lebensmittel in etwa 3000 Einsätzen gerettet.

Platz 2:

„Ausgeheckt: Hecken als Lebensraum und Co2-Speicher“ (Werner Schulte, Wesel)

Unser landwirtschaftlicher Familienbetrieb legt großen Wert auf den Erhalt und die Neuanpflanzung von Hecken und Bäumen. Aktuell pflegen wir mehr als 2,5 Kilometer (Wall-)Hecken und eine Streuobstwiese. Hecken- und Baumbestände bieten Vögeln und Niederwild Lebensraum, Rückzugsmöglichkeit und Nahrungsquelle und verbessern die CO2-Bilanz. Neben Hecken umgeben Blühstreifen viele unserer Felder, womit wir einen aktiven Beitrag zum Insektenschutz leisten. Dies gehört zu meinem Selbstverständnis als Landwirt, denn wir arbeiten nicht nur in, sondern mit der Natur.

Platz 3 wurde  zweimal erzielt:

Der Bürgergarten (Bürgergarten Hünxe e.V., Hünxe)

Es entsteht ein Bürgergarten mit gemeinnützigem und entwicklungsfähigem Charakter, mit einem Wechsel aus Obstgärten, Gemüse, Blumenfeldern und Verweilräumen. Auf einer Gemeinschaftswildwiese mitten in einer hügeligen Wald- und Wiesenlandschaft, um Gemüse und Obst anzubauen, zu pflegen sowie zu ernten. Die Idee der „solidarischen Landwirtschaft“ gepaart mit Insekten- und Naturschutz an einem Ort der Ruhe, des Austausches, des Miteinanders, welcher eine nachhaltige Wirkung erzielen und einen ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert leisten kann.

Landschaftsstrahlen im Bürgergarten (Hünxe summt e.V., Hünxe)

Ein auf Nachhaltigkeit angelegtes Insekten- und Naturschutzprojekt in enger Verzahnung mit dem in Entstehung befindlichen Bürgergarten Hünxe.

Hauptelemente des neuen Insekten- und Naturschutzraumes sind den Bürgergarten gliedernde, strahlenförmig angelegte Wildrosenhecken mit Durchgängen in die jeweiligen Nachbarparzellen, Obstwiesenparzellen und ein angelegter Wildwiesenbereich.

Die neuen ökologischen Potenziale sind Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung des Gartens. Durch die Verzahnung von unmittelbaren Insekten- und Naturschutzmaßnahmen mit der Bürgergartenidee wird eine Sensibilisierung für die Notwendigkeit einer insektenfreundlichen Bewirtschaftung von Bodenflächen erreicht.

Pandemiebedingt kann die geplante Auszeichnungsfeier nicht stattfinden.

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 11. Juli 2019 beschlossen, jährlich einen Klimaschutzpreis auszuloben und hat die Vergabekriterien festgelegt.